Postindustrielle Landschaften

1989 brachte Ostdeutschland auch eine ökologische Wende

Besucherbergwerk F60 Lichterfeld

Besucherbergwerk F60 Lichterfeld © Andreas Stirn

Dass 1989/90 auch eine ökologische Wende mit sich brachte, wird vielfach übersehen. Dabei war der Kampf gegen die umweltzerstörende Wirtschafts- und Energiepolitik der Staats- und Parteiführung eine der wesentlichen Antriebskräfte für die Bürgerrechtler und Demonstranten des Herbstes 1989. Ganz im Geiste der Friedensbewegung, die auch eine Umweltbewegung gewesen war, sprach Abrüstungs- und Verteidigungsminister Rainer Eppelmann im Sommer 1990 von einer "Wirtschafts-, Währungs-, Sozial- und Ökologieunion", die beide Teile Deutschlands zusammenführen sollte. Tatsächlich entstanden nach 1990 im Osten blühende Landschaften – wenn auch nicht in der von Helmut Kohl gemeinten Bedeutung. ...mehr

Mit Klammerschrauben und Selbstbewusstsein zum Erfolg

Wie aus einem Volkseigenen Betrieb ein erfolgreicher Mittelständler wurde

Mit Klammerschrauben und Selbstbewusstsein zum Erfolg

1904 gegründet als Hersteller von Landwirtschaftsgeräten, 1972 zwangsweise enteignet und 1990 als GmbH neu gegründet. Die Gerlach Zubehörtechnik GmbH in Leipzig ist ein sächsischer Mittelständler mit bewegter Geschichte. Die Mehrzahl der Kunden des Heizungs- und Sanitärgroßhandels kommt heutzutage aus dem Westen Deutschlands. Wir sprachen mit Wolfgang Gerlach über den Wandel der Wirtschaft, über das Ende des Sozialismus und den Aufbruch in die Selbständigkeit. "Nur Ableger des Westens zu sein, hat keinen Sinn", ist Gerlach überzeugt. ...mehr

Ruhiger Revolutionär

Der Physiker Hans-Jürgen Fischbeck bleibt ein Bürgerbewegter – immer wieder neu

Die Friedliche Revolution ist undenkbar ohne die Bürgerrechtler. Trotz ihrer Bedeutung für den Umbruch von 1989/90 zogen sich viele der damaligen Protagonisten wieder aus der großen Politik zurück. Hans-Jürgen Fischbeck war einer von ihnen. Seinen Mut zur Einmischung, mit dem er einst dem DDR-Regime widerstand, hat er bis heute behalten - Portrait eines Demokraten. ...mehr

Das Normale im Unnormalen

Endstation Grenze. Der Bahnhof Friedrichstraße 1986

Während der Jahre der Teilung war der Bahnhof Friedrichstraße zweierlei: als Grenzübergang ein besonderer Ort, dessen Sonderrolle auch damals jedem, der sich hier aufhielt, bewusst wurde, gleichzeitig aber auch als Bahnhof ein Ort des Alltäglichen, Banalen, des Normalen im Unnormalen. ...mehr

Bewährung im wilden Osten

Jungmanager und altgediente Ökonomen folgen dem Ruf in den Osten

Der Umbau der sozialistischen Planwirtschaft kann, so die im Jahr 1990 in Ost wie West weitgehend geteilte Überzeugung, kaum vom altgedienten Personal der Planungsbürokratie oder den Betriebsleitungen der Kombinate ausgehen. Über eine Million Altbundesbürger finden so nach und nach den Weg in den "Wilden Osten" – ein spannendes, obgleich nicht immer einfaches Kapitel der Wiedervereinigung: Die Sozialwissenschaftler nennen sie "Transfereliten", vielen Ostdeutschen hingegen erschienen sie schon bald als die Inkarnation des "Besserwessis". ...mehr