Hier befinden Sie sich auf der Projektseite „RevolutionundEinheit.de“ bzw. „FriedlicheRevolution.de“. Das Projekt wurde von März 2009 bis Oktober 2010 von der Kooperative Berlin mit Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (BStA), der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU), dem Freistaat Sachsen und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam (ZZF) durchgeführt und mit dem Einheitsjubiläum im Oktober 2010 vorerst beendet.
Der redaktionelle Betrieb ist momentan eingestellt, Sie können jedoch alle redaktionellen Beiträge (Texte, Audio- und Videobeiträge) weiterhin einsehen. Der Veranstaltungskalender und das Veranstaltungsarchiv (Archiv der Auseinandersetzung) werden nicht mehr aktualisiert.
Die Seite wird von nun an vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam technisch betreut. Bei Fragen zum Projekt, zur Weiterverwertung und -verbreitung von Inhalten, wenden Sie sich bitte wie gewohnt an info@kooperative-berlin.de.
Das Montagsradio geht als eigenständiges Projekt weiter unter: www.montagsradio.de.
Im Rahmen des Lichtfest Leipzig gedachten heute Abend rund 40.000 Leipziger und Gäste der Stadt der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit. Am historischen Ort Augustusplatz erinnerten sie bei einem Kunstprogramm mit Sound-Elementen und Licht-Effekten, Musik-Performances und der Gestaltung einer strahlenden "89" der Ereignisse in den Jahren 1989 und 1990. Unter anderem riefen Bundestagspräsidenten Dr. Norbert Lammert, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung und Tobias Hollitzer, Vorsitzender der Initiative "Tag der Friedlichen Revolution – Leipzig 9. Oktober 1989" in ihren Grußworten zum aktiven Gedenken und bürgerschaftlichen Engagement auf.
„Sie haben wohl die neue Zeit noch nicht verstanden!“, wurde Helmut du Mênil unmissverständlich zu verstehen gegeben, als er sich 1948/1949 an der Universität Leipzig einschrieb und Zahnmedizin studieren wollte. So entschied nicht er, sondern die neue sozialistische Leitung in welchen Studiengang er sich zu immatrikulieren habe. Die Entscheidung, diesen Staat nicht zu akzeptieren und zu verändern ließ er sich jedoch nicht nehmen. Als 19. Gast der Reihe Montagsgespräche begrüßten die Moderatoren Tobias Hollitzer und Reinhard Bohse dieses Mal Helmut du Mênil, einer, der sich bereits Anfang der 1950er Jahre gegen die DDR-Diktatur wehrte. Als Mitglied der studentischen Widerstandsgruppe um seinen Kommilitonen Herbert Belter plakatierte er für Demokratie und gegen Stalinismus und verlor dabei seinen besten Freund, der von einem sowjetischen Militärtribunal verurteilt und in Moskau hingerichtet wurde. Einem solchen Schicksal konnte er nur durch Flucht nach West-Berlin entrinnen. Nach einer erfolgreichen Banklaufbahn in der Bundesrepublik kehrte er schließlich 1990 zurück, um als Chef der Leipziger Treuhand-Filiale die DDR endlich umgestalten zu können.
„Wirtschaft muss verändert werden.“ Dies war der Leitsatz für Klaus-Ewald Holst, Vorstandsvorsitzender der Verbundnetz Gas AG und Wirtschaftsmann mit Leib und Seele, der am Montag, den 02.08.2010 zu Gast im Museum in der „Runden Ecke“ war.
Das mittlerweile 20. Montagsgespräch wurde von über 70 Besuchern aufmerksam verfolgt, nicht zuletzt auch Dank der unterhaltsamen und mitreißenden Art von Holst selbst, der für eine lockere Atmosphäre im ehemaligen Stasi-Kinosaal sorgte.
Gedenkstättenleiter Tobias Hollitzer eröffnete auch dieses Gespräch mit der Frage, wann Holst die Parole „Wir sind das Volk!“ zum ersten Mal vernommen habe. Kurz und prägnant war die Antwort: Er habe sie am 09. Oktober 1989 „zu seiner Schande“ nur in den Nachrichten gehört, weil er zum ersten Mal zu einem „Westbesuch“ in Paderborn weilte.
Freiheit hat für ihn immer schon ein große Rolle gespielt, betonte Martin Burkert, der 18. Gast der Reihe „Wir sind das Volk!“-Montagsgespräche in der „Runden Ecke“ während der gesamten Veranstaltung mit Nachdruck. Der 69-jährige Jurist, der nach der Wiedervereinigung Landgerichtspräsident in Leipzig wurde, stellte sich fast zwei Stunden lang den Fragen der Moderatoren Reinhard Bohse und Tobias Hollitzer und erzählte seine Lebensgeschichte. Die Freiheit und Möglichkeiten das tun und erreichen zu können, was man sich vornimmt, lehrte ihn sein Werdegang, der schließlich in sein berufliches Engagement bei Leipziger Rehabilitierungsverfahren mündete, um jene zu entschädigen, die ihrer Freiheit in der DDR beraubt wurden.
Diese Woche erfahren wir im Deutschen Rundfunk etwas über den Kampf gegen das Vergessen und Verfälschen von DDR-Geschichte, über die "gesammelten Einmischungen" eines Schriftstellers in der DDR und die Vorstellungen der DDR-Machtelite.
Historische Rathäuser und Apotheken, alte Mühlen und vollständig erhaltene Grenzanlagen: Beim Tag des offenen Denkmals, der deutschlandweit am 12. September stattfindet, laden rund 7500 ungewöhnliche Orte zum Besuch ein.
Der 9. Oktober 1989 gilt als Tag der Entscheidung für die Friedliche Revolution. In Leipzig, der Geburtsstadt der Montagsdemonstrationen, gehen an diesen Montag zirka 70.000 mutige Menschen aus allen Teilen des Landes auf die Straße, um gegen die bestehenden politischen Verhältnisse zu demonstrieren. Statt Dialog setzt das DDR-Regime noch am Morgen des 9. Oktober weiterhin auf eine gewaltsame Niederschlagung der Bevölkerungsproteste, die so genannte "Chinesische Lösung". Die erwarteten Zusammenstöße mit der Staatsmacht bleiben jedoch aus.
Der friedliche Ausgang der Montagsdemonstration am 9. Oktober ermutigt mehr und mehr Menschen, für ihre politischen Überzeugungen einzustehen. Am 16. Oktober, ein Tag vor der Absetzung Honeckers, steigt die Zahl der Demonstranten auf ca. 120.000 Menschen an. Die SED-Führung fürchtet um ihre Macht, ihre Haltung ist aber uneinheitlich. Neben ersten Anzeichen für einen Dialog zwischen Staatsmacht und Demonstranten setzt Honecker weiterhin auf Repression.
Alljährlich gilt die Leipziger Buchmesse als erster großer Branchentreff des Jahres und stellt mit der Präsentation der Neuerscheinungen des Frühjahres die kommenden Trends für den Büchermarkt vor.