"Und dann war die Mauer weg"

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der deutschen Wiedervereinigung präsentiert die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in der Ausstellung „Und dann war die Mauer weg“ eine Auswahl kommentierter Fotografien des französischen Fotografen Gilles Peress.

"Und dann war die Mauer weg"


Berlin, 9. November 1989: Tausende Ost-Berliner drängen durch die soeben geöffnete Mauer und werden im Westteil der Stadt jubelnd empfangen. Unter den Zeitzeugen ist auch Gilles Peress. Der international bekannte französische Fotograf fängt mit seiner Kamera diese Mischung aus Ungläubigkeit, Erleichterung und Freude ein. Aus den Fotos, die Peress in den Tagen um den 9. November 1989 macht, entsteht die Serie „The Fall“ mit rund 68 großformatigen Doppelfotografien.

Peress' „Mauerbilder“ wurden erstmals 2004 im Rahmen einer Ausstellung zum Jubiläum „15 Jahre Mauerfall“ veröffentlicht. Die Ausstellungsbesucher waren dazu aufgerufen, die Fotografien mit eigenen Kommentaren, Gedanken und Erinnerungen zu versehen. Mit den kommentierten Aufnahmen des Mauerfalls entstand ein kollektives Erinnerungsdokument der deutschen Geschichte.

Die Bilder eröffnen dem Betrachter unbekannte Perspektiven auf das Geschehen, denn der Künstler findet seine Motive auch abseits des Trubels. So gelingt es Peress mit diesen Momentaufnahmen, ein wechselhaftes Bild menschlicher Emotionen rund um den Mauerfall festzuhalten.

Zum Fotografen
Gilles Peress, 1946 im französischen Neuilly geboren, wendet sich 1970 nach dem Studium der Politikwissenschaft und Philosophie der Fotografie zu. 1974 wird er Mitglied der Agentur MAGNUM. Er ist Fotograf für das renommierte Magazin „The New Yorker“ und Senior Researcher am Human Rights Center der University of California in Berkeley. Gilles Peress lebt und arbeitet in New York.
Durch seine bewegenden Bildberichte aus Krisengebieten, etwa seine Aufnahmen aus Bosnien oder vom Völkermord in Ruanda, erlangte er weltweit hohe Anerkennung.
Die Stiftung Haus der Geschichte erwarb die aus der Ausstellung von 2004 entstandene Installation „The Fall“ von Gilles Peress durch großzügige Unterstützung von Dieter Rosenkranz, Berlin, und der Deutsche Bank Stiftung, Frankfurt am Main.

Die Ausstellung ist vom 22. September bis 14. November 2010 zu sehen, die Bilder werden an den drei Standorten der Stiftung Haus der Geschichte in Bonn, Leipzig und Berlin gleichzeitig gezeigt – auch ein symbolischer Verweis auf die deutsche Einheit. Das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig präsentiert 15 der großformatigen Farbfotografien, die gesamte Serie „The Fall“ ist in einem Multimedia-Terminal zu sehen



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