Ausstellung |
Leipzig,
09.10.10 |
Stefanie Richter
Im Rahmen des Lichtfest Leipzig gedachten heute Abend rund 40.000 Leipziger und Gäste der Stadt der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit. Am historischen Ort Augustusplatz erinnerten sie bei einem Kunstprogramm mit Sound-Elementen und Licht-Effekten, Musik-Performances und der Gestaltung einer strahlenden "89" der Ereignisse in den Jahren 1989 und 1990. Unter anderem riefen Bundestagspräsidenten Dr. Norbert Lammert, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung und Tobias Hollitzer, Vorsitzender der Initiative "Tag der Friedlichen Revolution – Leipzig 9. Oktober 1989" in ihren Grußworten zum aktiven Gedenken und bürgerschaftlichen Engagement auf.
Diskussion |
Leipzig,
05.07.10 |
Tobias Hollitzer
„Sie haben wohl die neue Zeit noch nicht verstanden!“, wurde Helmut du Mênil unmissverständlich zu verstehen gegeben, als er sich 1948/1949 an der Universität Leipzig einschrieb und Zahnmedizin studieren wollte. So entschied nicht er, sondern die neue sozialistische Leitung in welchen Studiengang er sich zu immatrikulieren habe. Die Entscheidung, diesen Staat nicht zu akzeptieren und zu verändern ließ er sich jedoch nicht nehmen. Als 19. Gast der Reihe Montagsgespräche begrüßten die Moderatoren Tobias Hollitzer und Reinhard Bohse dieses Mal Helmut du Mênil, einer, der sich bereits Anfang der 1950er Jahre gegen die DDR-Diktatur wehrte. Als Mitglied der studentischen Widerstandsgruppe um seinen Kommilitonen Herbert Belter plakatierte er für Demokratie und gegen Stalinismus und verlor dabei seinen besten Freund, der von einem sowjetischen Militärtribunal verurteilt und in Moskau hingerichtet wurde. Einem solchen Schicksal konnte er nur durch Flucht nach West-Berlin entrinnen. Nach einer erfolgreichen Banklaufbahn in der Bundesrepublik kehrte er schließlich 1990 zurück, um als Chef der Leipziger Treuhand-Filiale die DDR endlich umgestalten zu können.
Diskussion |
Leipzig,
02.08.10 |
Tobias Hollitzer
„Wirtschaft muss verändert werden.“ Dies war der Leitsatz für Klaus-Ewald Holst, Vorstandsvorsitzender der Verbundnetz Gas AG und Wirtschaftsmann mit Leib und Seele, der am Montag, den 02.08.2010 zu Gast im Museum in der „Runden Ecke“ war.
Das mittlerweile 20. Montagsgespräch wurde von über 70 Besuchern aufmerksam verfolgt, nicht zuletzt auch Dank der unterhaltsamen und mitreißenden Art von Holst selbst, der für eine lockere Atmosphäre im ehemaligen Stasi-Kinosaal sorgte.
Gedenkstättenleiter Tobias Hollitzer eröffnete auch dieses Gespräch mit der Frage, wann Holst die Parole „Wir sind das Volk!“ zum ersten Mal vernommen habe. Kurz und prägnant war die Antwort: Er habe sie am 09. Oktober 1989 „zu seiner Schande“ nur in den Nachrichten gehört, weil er zum ersten Mal zu einem „Westbesuch“ in Paderborn weilte.
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Leipzig,
07.06.10 |
Tobias Hollitzer
Freiheit hat für ihn immer schon ein große Rolle gespielt, betonte Martin Burkert, der 18. Gast der Reihe „Wir sind das Volk!“-Montagsgespräche in der „Runden Ecke“ während der gesamten Veranstaltung mit Nachdruck. Der 69-jährige Jurist, der nach der Wiedervereinigung Landgerichtspräsident in Leipzig wurde, stellte sich fast zwei Stunden lang den Fragen der Moderatoren Reinhard Bohse und Tobias Hollitzer und erzählte seine Lebensgeschichte. Die Freiheit und Möglichkeiten das tun und erreichen zu können, was man sich vornimmt, lehrte ihn sein Werdegang, der schließlich in sein berufliches Engagement bei Leipziger Rehabilitierungsverfahren mündete, um jene zu entschädigen, die ihrer Freiheit in der DDR beraubt wurden.
Diskussion |
Leipzig,
03.05.10 |
Tobias Hollitzer
„In Deutschland haben wir zweimal großes Unglück über die Welt gebracht, jetzt haben wir Möglichkeit ein großes Friedenswerk zu begehen. Da mach ich mit.“ Denn eigentlich hatte Hinrich Lehmann-Grube 1990 gar keinen Grund in die DDR überzusiedeln, deren Staatsbürgerschaft anzunehmen und sich zum Bürgermeister von Leipzig mit seinen „kaputten Straßen, kaputten Häusern und kaputten Politikern“ wählen zu lassen. Trotzdem brachte er den Mut auf; den Mut zu einer anderen Politik, den Mut zur Verantwortung, neun Jahre lang.
Diskussion |
Leipzig,
07.12.09 |
Tobias Hollitzer
„Dass wir Gehorsam können, dass wir Mord und Totschlag können, das hat uns die Geschichte gezeigt. Aber dass wir Freiheit können, das ist mir so wichtig“, freut sich Joachim Gauck im Rückblick, als die Friedliche Revolution auch in seiner Stadt Rostock sichtbar seinen Lauf nahm. Einen gefüllten Saal mit 150 Menschen fesselte er beim Montagsgespräch, als er sehr emotional und mit einer Liebe zum Detail erzählte, was er vor, während und nach der Friedlichen Revolution durchleben musste aber auch erleben durfte.
Diskussion |
Leipzig,
02.11.09 |
Tobias Hollitzer
„Hatten wir in der DDR überhaupt Ziele?“ Wie vielen anderen wurde auch Günter Nooke die Verwirklichung persönlicher Pläne sowie eine Karriere in der DDR verwehrt. Trotzdem hat er sich die Vision eines freien Ostdeutschlands nie nehmen lassen und versuchte stets im Kleinen gegen die Diktatur anzugehen.
Zum elften Montagsgespräch begrüßten die Moderatoren Tobias Hollitzer und Reinhardt Bohse den DDR-Bürgerrechtler und heutigen Bundesbeauftragten für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, Günter Nooke, um sich über sein Leben und Engagement im geteilten und im wiedervereinten Deutschland zu unterhalten.
Diskussion |
Leipzig,
07.09.09 |
In der Reihe „Wir sind das Volk“ – Montagsgespräche in der „Runden Ecke" diskutieren an jedem ersten Montag des Monats Tobias Hollitzer und Reinhard Bohse mit Zeitzeugen von ´89 über ihr Leben und Engagement vor, während und nach der Friedlichen Revolution. Gunter Weißgerber, Gründungsmitglied der Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SDP) war eingeladen und stand Rede und Antwort.
Diskussion |
Leipzig,
05.04.10 |
"Ihr müsst so reden, dass Ihr es immer und überall vertreten könnt!" Dieser Ratschlag, den Hans-Jürgen Sievers, der sechzehnte Gast der Montagsgespräche, als Jugendlicher vom Jugendwart seiner Gemeinde erhielt, sollte der Pfarrer i.R. sein Leben lang beherzigen und letztlich sein Engagement in der Leipziger Opposition schon vor 1989 im Rückblick als reine Selbstverständlichkeit begreifen.