Hier befinden Sie sich auf der Projektseite „RevolutionundEinheit.de“ bzw. „FriedlicheRevolution.de“. Das Projekt wurde von März 2009 bis Oktober 2010 von der Kooperative Berlin mit Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (BStA), der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU), dem Freistaat Sachsen und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam (ZZF) durchgeführt und mit dem Einheitsjubiläum im Oktober 2010 vorerst beendet.
Der redaktionelle Betrieb ist momentan eingestellt, Sie können jedoch alle redaktionellen Beiträge (Texte, Audio- und Videobeiträge) weiterhin einsehen. Der Veranstaltungskalender und das Veranstaltungsarchiv (Archiv der Auseinandersetzung) werden nicht mehr aktualisiert.
Die Seite wird von nun an vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam technisch betreut. Bei Fragen zum Projekt, zur Weiterverwertung und -verbreitung von Inhalten, wenden Sie sich bitte wie gewohnt an info@kooperative-berlin.de.
Das Montagsradio geht als eigenständiges Projekt weiter unter: www.montagsradio.de.
Der 9. November 1989 war ein Tag der deutsch-deutschen Euphorie. Auch die Türken in der Bundesrepublik freuten sich mit den Deutschen in Ost und West. Doch schon bald sahen sich viele von ihnen als Verlierer der Einheit. Während die alte Bundesrepublik eine schrittweise Integration zu ermöglichen schien, sahen sie sich im vereinten Deutschland mit gesellschaftlicher Ausgrenzung, mit Fremdenfeindlichkeit und einem härter umkämpften Arbeitsmarkt konfrontiert, so die Beobachtung der Soziologin Nevim Çil. Um den türkischen Blick auf die Wiedervereinigung geht es in unserem aktuellen Montagsradio.
Die deutsche Wiedervereinigung hatte ein Wirtschaftsproblem: wie überführt man eine marode Planwirtschaft in eine florierende Marktwirtschaft? Die Treuhandanstalt hatte die Aufgabe, die volkseigenen Betriebe zu privatisieren. Eine schnelle Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion sollte die Angleichung der Lebensverhältnisse von Ost und West ermöglichen. Prof. Dr. Jan Priewe bilanziert im Montagsradio den Einigungsprozess aus volkswirtschaftlicher Sicht – die Analyse eines Niedergangs ohne Vorwarnung.
Nachdem erste Einzelheiten über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion bekannt geworden sind, gehen in der DDR immer mehr Menschen aus Furcht vor Arbeitslosigkeit und Sozialabbau auf die Straße. Während vielen die D-Mark als Hoffnungsträger erscheint, befürchten andere den "Ausverkauf" der DDR. Die Wirtschaft steht vor dem Kollaps, die Arbeitslosigkeit wächst und mit ihr die Angst um die eigene Existenz.
Die Freizügigkeit war für die Bürger der DDR stark eingeschränkt. Der Mangel an legalen Möglichkeiten führte zu vielen Versuchen, die DDR auch ohne Genehmigung der Behörden zu verlassen. Mit dem Thema Republikflicht beschäftigt sich das Kriminalhörspiel "Innere Sicherheit" im NDR. Einen Rückblick auf die Ereignisse im Frühsommer 1990 und die Verhandlungen zur Wiedervereinigung gibt der Deutschlandfunk mit einem Beitrag zu den "Zwei-plus-Vier-Gesprächen".
Die Idee einer Währungsunion entsteht unter dem Druck der wirtschaftlichen Misere in der DDR. Zwischen Mauerfall und dem Beschluss der Bundesregierung, der DDR-Regierung die D-Mark anzubieten, liegen keine drei Monate. Nach der ersten freien Volkskammerwahl wird innerhalb von zwei Monaten die Währungsunion ausgehandelt – die Beratungen müssen schnell geführt werden, um den völligen Kollaps der DDR-Wirtschaft aufzuhalten. Am 1. Juli 1990 tritt die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion schließlich in Kraft.
Nach der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 erschien die deutsche Wiedervereinigung als einmalige historische Chance. Das Ergebnis der Märzwahl bestätigte, dass neben Bundeskanzler Helmut Kohl auch die Mehrheit der ostdeutschen Bevölkerung eine schnelle Wiedervereinigung anstrebte. Die erste Euphorie über die wieder gewonnene Freiheit wich jedoch nach und nach der Einsicht in eine veränderte und gerade in wirtschaftlicher Hinsicht von Unsicherheit geprägten Realität. Ausschlaggebend für die schnelle Wiedervereinigung waren nicht allein historisch bedingte Emotionen – vor allem die wirtschaftliche Situation setzte die ost- und westdeutsche Regierung unter Druck.
Am 12. April 1990 wählte die Volkskammer den Rechtsanwalt Lothar de Maizière (CDU) zum Ministerpräsidenten. Knapp 200 Tage lang leitete der Mann, der stets im Schatten Helmut Kohls stand, die letzte DDR-Regierung. In unserem Interview spricht de Maizière über die turbulente Zeit als Ministerpräsident, preußische Sekundärtugenden und seinen Abschied von der Politik.
OstOstOst – drei Theater im Osten Deutschlands (Chemnitz, Gera/Altenburg und Magdeburg) haben sich zu einem länderübergreifenden Ring-Uraufführungsprojekt zusammengetan und gehen 20 Jahre nach dem Mauerfall gemeinsam auf Forschungsreise zur jüngsten europäischen und deutsch-deutschen Geschichte.
Die DDR gibt es nicht mehr: Im Gedächtnis der Ostdeutschen wie der Westdeutschen lebt sie aber weiter – dies dokumentiert nun der von Prof. Dr. Martin Sabrow herausgegebene Sammelband "Erinnerungsorte der DDR". Am 13. April um 19 Uhr laden das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) und der Verlag C.H. Beck gemeinsam zur Buchpräsentation und anschließenden Podiumsdiskussion in das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum nach Berlin ein.
David Bowies (Schall-) Grenzen überwindende Hymne "heroes just for one day", vereinigte die Musikfans östlich und westlich der Mauer am Reichstag in Berlin für ein Konzert schon 1987. Diese Vorausschau auf das Pfingstkonzert vor 23 Jahren bringt der SWR2 am Montag.
Einen weniger euphorischen Rückblick sendet Bayern 2 am Mittwoch und berichtet von den Veränderungen für ostdeutsche Wissenschaftler nach 1989. Der "hoffnungsvollen Neustart" wurde bei vielen abgelöst, von einem Gefühl „abgewickelt“ zu werden und einer einseitigen Übernahme des bundesdeutschen Modells von "Forschung und Lehre". Zuvor berichten am Dienstag ehemalige Landespolitiker von der föderalen Sicht auf die Einheit.